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Montag, 22. Februar 2016

Patchwork und Quilten

... ist eine Leidenschaft von mir, die mich abschalten lässt und hilft, dem Alltag zu entfliehen. 





Das war jetzt ein einfaches Muster, es ist natürlich nicht ganz gerade (was im Gesamtwerk zum Glück kaum auffällt), und obwohl es sehr schlicht gehalten ist dauert es eine ganze Weile, bis das Werk endlich vollendet ist. 
Am meisten Nerven kostet mich immer die Einfassung (das Binding), das Quilten auf meiner kleinen Maschine und das Vernähen aller losen Fäden. 
Aber wenn ich dann die Decke fertig habe, bin ich verliebt und stolz!

Diese Decke ist ein Geschenk für meine jüngste Schwester, die Mittwoch Geburtstag hat und an Weihnachten bei den Nähgeschenken leer ausging, was sie doch etwas grämte. Sie konnte ja nicht ahnen, dass da noch etwas im Nähzimmer auf Vollendung wartete. 

Samstag, 20. Februar 2016

So eine Phase ist normal

in einem Alter zwischen 40 und 50. Man orientiert sich, hebt den Blick, schaut, was noch geht ...

Das etwa waren die Worte von einem systemischen Berater (Supervisor, Coach), den ich besucht und befragt habe. Ich kenne den Mann von Supervisionen, die Kolleginnen und ich beruflich bei ihm besuchen.
Er ist etwas älter als ich und ich mochte ihn von Anfang an, seine Art und seine Sicht der Dinge.

Und es hat gut getan, ihm mal mein Gedankenchaos zu präsentieren.
(Auch wenn ich dafür eine Menge Geld gezahlt habe. *lach*)

Er meinte auch, dass ich keine Depression oder ein Burn Out im klassischen Sinn hätte, es sei denn, ich könnte es sehr gut verstecken. (Da ich aber mein Herz auf der Zunge trage, glaube ich nicht, dass ich es gut verstecken könnte.)
Trotzdem schließt er nicht aus, dass ich in gewisser Weise überlastet bin und hat mir Mut gemacht, eine Auszeit zu nehmen. Aber ob die ein ganzes Jahr andauern muss?

Er meinte, ich wäre absolut authentisch, wenn es um meinen Beruf geht. Wenn ich erzähle, dann hört er Begeisterung und Liebe und er ist sich sicher, dass ich das nicht aufgeben sollte. (Man entfernt nichts, was gesund ist.) Aber vielleicht nach etwas suchen, was dazu passt oder auch ganz anders ist, eine zweite Spur, so hat er es genannt.

Was er noch sagte, und das habe ich mir wirklich mitgenommen, wenn ich Pläne mache und mir etwas vornehme, dann soll ich dies gut "bewachen". Dieser Begriff "etwas bewachen" hat mir extrem gut gefallen, denn genau da liegt wirklich ein Problem von mir.
Ich nehme mir etwas vor und lass mich dann von Äußerlichkeiten wieder umstimmen. Und wenn es nur eine Frau ist, die jammernd anruft, weil sie Probleme hat und keine Hebamme gefunden hat. Oder auch von der eigenen Bequemlichkeit. Oder oder oder ...

Und ich soll mir auch ruhig jemanden von Außen suchen, der das auch mit überwacht. Der fragt, ob ich immer noch dran bin.
(Und natürlich kann das eine Freundin sein. Ich merke nur, dass ich Freunde sehr gut für neue Ideen begeistern kann. Die meinen es ja gut mit mir und wenn es mir gut tut, dann soll ich machen, was mir gut tut. Mhm, blöd ausgedrückt. Ich brauche quasi jemanden, der mir zwar wohl gesonnen ist, aber der mir hilft, meine Pläne und Ziele zu "bewachen". Und da auch streng ist. ;) )

Natürlich bin ich jetzt nicht schlauer als vorher. Natürlich bauen sich meine Wäscheberge deswegen nicht leichter ab, mein Haus wird deswegen nicht von allein ordentlich und sauber, und natürlich ist mein Leben jetzt nicht eitel Sonnenschein.
Aber der Mann hat mir Mut gemacht in mich zu gehen, zu prüfen, was ICH wirklich will, zu prüfen, was wirklich dran ist, was ich wirklich leisten kann und auch möchte.
Und dabei auch egoistisch zu sein.
Ich habe nie gelernt, Nein zu sagen, nie gelernt, MEIN Ding zu machen. Das war vor allem in meiner Kindheit nicht vorgesehen. Und genau dies hindert und fesselt mich. Von diesen Zwängen und Strukturen muss ich mich befreien. Es ist nur noch eine kleine Spur, aber auf die falle ich immer wieder zurück.
Selbst die Berufswahl war eine ganz pragmatische Entscheidung. Dass ich mich dann in den Beruf verliebt habe, hat mir natürlich geholfen, ihn über 20 Jahre auszuüben.

Und nicht, dass hier jemand denkt, ich habe ein Leben lang gelitten. Das ist natürlich Quatsch.
Natürlich habe ich auch immer wieder mein Ding gemacht.

Aber rückblickend ist es schon so, dass ich als Kind immer angepasst gelebt habe und da werden Weichen gestellt und Wege vorgezeichnet. Wie sich gezeigt hat, bleibt man auch als erwachsene Person immer wieder in solchen Mustern.
Und diese müssen mir halt klar werden, damit ich auch frei bin, mein Ding zu planen und dann auch gut zu bewachen. (Hach, mir gefällt dieser Begriff.)

Beim Gespräch hat mein Gegenüber ein paar Dinge gehört, über die ich jetzt ein bissel nachdenken kann. Pläne, Wünsche, Träume, die ich schon mal hatte. Er meinte, vielleicht kommt da auch was hoch, was beleuchtet werden und vielleicht auch bewusst weggelegt werden muss.

Da ich jetzt ein paar Tage allein war (okay, meine Hunde waren noch da und das ganze andere Getier) habe ich gemerkt, wie gut mir das tat.
Es ist nicht so, dass mich meine Familie stört, aber sie stört beim Denken. Zumindest beim über-mich-nachdenken. Sie bringen soviele eigene Gedanken und Pläne und Geschwätz. ;) Da kommt mein eigenes ICH irgendwie nicht zu Wort.

Deswegen ist schon mal ein Plan, dass ich mir Auszeiten gönne. Zeiten, die nur für mich sind. Ob da ein Wochenende reicht, was dann ohne die Hunde wäre, oder ob ich mal eine Woche irgendwo hin fahre, die Hunde dann zwar mitnehme, aber sonst für mich bin, das wird sich zeigen, wie es dann zu realisieren ist. Denn eine Auszeit ist keine Auszeit, wenn nicht das Drumherum stimmt. Wegfahren ist zwar die eine Sache, aber die Familie muss versorgt sein, sonst bin ich gedanklich nicht wirklich frei.

Hach, da habe ich doch schon mal ein was, was ich "bewachen" kann. ;)

Montag, 25. Januar 2016

Ist es wirklich

... schon mehr als 2 Jahre her, dass ich hier war?
Wie die Zeit vergeht!

Ich habe lange überlegt, ob ich das Blog wieder belebe. Da ich weiß, dass diverse Freunde es vermissen, von mir zu lesen, starte ich jetzt einen letzten Versuch. ;)
Sicher wird es überschaubar bleiben.

Also: Welcome back!!

Doch wo fange ich an?

Hier hat sich nicht viel und doch Einiges verändert.

Der Lockenhund hat Gesellschaft bekommen. Eine Hündin aus dem Tierschutz lebt jetzt ein gutes Jahr bei uns.
Die erste Zeit war hart, hatte ich doch noch nie einen traumatisierten Hund im Haus. Aber ich denke, mittlerweile hat sie sich ganz gut eigefunden. Wir kennen die meisten ihrer Macken und Ängste und können entsprechend reagieren. Es ist ziemlich witzig mit 2 Hunden, aber natürlich auch umständlicher in der Organisation.
Der Lockenhund versucht die Madame weitestgehend zu ignorieren. Trotzdem denke ich, er hat sich gut an sie gewöhnt. Dicke Freunde werden sie nicht werden, denn dafür sind weder der Lockenhund noch die Madame die richtigen Kandidaten.

Ich arbeite immer noch als Hebamme, mache aber derzeit aus gesundheitlichen Gründen deutlich weniger. Nein, das stimmt so nicht. Ich würde gern deutlich weniger machen, biete derzeit auch keine Kurse an, aber das ist schon alles. Denn Hausbesuche mache ich trotzdem weiter, auch wenn ich hauptsächlich Frauen betreue, die ich schon kenne.
Auch als Familienhebamme bin ich auch unterwegs und betreue Frauen, die Förderung im Rahmen der Frühen Hilfen benötigen.
Das heißt unterm Strich, ich wollte weniger machen, biete derzeit auch keine Kurse an, nehme definitiv auch weniger Frauen an, habe aber trotzdem gut zu tun.

Und die gesundheitlichen Gründe? Nun ja, einerseits habe ich bemerkt, dass ich immer weniger belastbar bin. Hatte schon diverse Anzeichen von BurnOut und Überlastungssyndrom. Soweit wollte ich es dann nicht kommen lassen.
Außerdem habe ich seit Jahren auffällige Blutwerte und trotz diverser Bemühungen, wurde hier nichts besser, eher schlechter. Im Frühjahr letzten Jahres zeigte der regelmäßige Ultraschall Auffälligkeiten, die mich erschreckt und aufgerüttelt haben.
Ich brauchte Zeit für mich. Und trotz allem, die habe ich. Ich kann zum Sport gehen, habe mich mit meiner Ernährung befasst und bin dabei, auch da was zu ändern.
Zur Ernährung werde ich hier sicher das ein oder andere schreiben, zum Thema Gesundheit befasse ich mich hier.

Die Kinder werden immer älter. Die große Tochter wird bald 17, ist dabei ihren Führerschein zu machen, hat seit Jahren eine festen Freund und geht immer mehr ihre eigenen Wege. Da sie Abitur macht, habe ich sie noch eine Zeit lang um mich, aber es ist gar nicht so leicht loszulassen. Das übe ich nun wöchentlich, spätestens wenn sie Wochenendweise nicht zu Hause ist.
Die kleine Tochter ist 12 und besucht nun eine private Mittel-Schule. Sie ist glücklich dort, die Tränen am Morgen sind vergessen. Natürlich könnte sie auch weiterhin auf Schule gut verzichten und sie stöhnt immer noch jeden Morgen beim Wecken, aber es ist kein Vergleich zur Grundschulzeit. Da bin ich wirklich sehr dankbar.

Der Gatte ist nach wie vor beruflich viel unterwegs und wochenweise auch nur am Wochenende zu Hause.

Ich versuche weiterhin anonym zu schreiben, so kann ich auch mal Frust rauslassen, der beruflicher Natur ist. ;)

So, das wars fürs Erste!
Ich hoffe, hier ist noch Jemand und es verliert sich nicht alles im Nirvana! :)


Montag, 25. März 2013

Komplett ausgebrannt

.. ist das Haus einer bekannten Familie.
Betroffen sind mindestens 9 Personen. Eine alleinerziehende Mutter mit ihren 7 Kindern, eine davon mit eigenem Kind, insgesamt 4 Kinder unter 14 Jahren.
Die Frau rief mich vorhin an (ich stehe seit der Geburt des jüngsten Kindes in regelmäßigem Kontakt mit ihr) und erzählte mir davon. ich musste mich erstmal setzen, als die Informationen so langsam zu mir durchsickerten.
...
Alles weg! Alles verbrannt! Die Kinder haben wir gerettet, über eine Leiter. Wir haben nur noch das, was wir auf dem Leibe hatten!
...
Ich mag mir das gar nicht vorstellen!
Betroffen ist auch ein autistisches Kind, der völlig durch den Wind ist und den ganzen Tag nach seinem (verbrannten) Kuscheltier fragt.
Und jetzt sitz ich hier und frage mich, wie man da am besten helfen kann.
Ich habe gleich nach einer Versicherung gefragt, aber das hat sie verneint. Und selbst wenn sie eine hätte, hier ist schnelle Hilfe vonnöten!
Als Erstes konnte sie bei ihrer Mutter unterschlüpfen, zu der sie aber kein wirklich gutes Verhältnis hat.
Jetzt muss man schauen, wie es weiter geht.

Ich bin immer noch sprachlos!

Sonntag, 11. November 2012

Die Familie

... war dann heute schließlich auch noch da, und damit ist der Geburtstag nun endgültig zu Ende. ;)
Überraschend kamen sogar noch die Paten, welche wirklich selten den Weg zu uns finden. Deswegen verpasste das Tochterkind das Martinsspiel und fing schon wieder an im Unglück zu schwelgen, zum Glück konnte ich sie mit einem ausnahmsweise-Film am Abend trösten),
Zum Kaffee gab es die Pfannkuchentorte frei nach Petterson und Findus, meiner Töchter liebster Geburtstagskuchen.
Ein gelungenes Wochenende liegt hinter, eine anstrengende Woche vor uns. Aber wir werden es schaffen, da bin ich zuversichtlich!

Montag, 5. November 2012

Nach einem gemütlichen

... Wochenende, was uns beide Kinder wieder nach Hause brachte, starten wir wie folgt in die neue Woche:

- der Gatte fliegend in Richtung Schweiz
- das große Tochterkind kränkelnd zu Hause
- das kleine Tochterkind missmutig in Richtung Schule
- Frau bauchundnase höchstselbst in einen arbeitsreichen Montag.

Ich wünsche euch allen, die ihr hier lest, eine schöne Woche.

Freitag, 21. September 2012

Herzlichen Glückwunsch

... zum Geburtstag, kleine Schwester!
Möge dir das neue Lebensjahr nur Gutes bringen!



(Und vergiss nicht, dir den Abend des 5. Oktober freizuhalten!)

Sonntag, 2. September 2012

Große Ereignisse

... werfen ihre Schatten voraus. Hier ist es die Hochzeit der kleinen Schwester, die in nunmehr 6 Tagen stattfinden soll.
Und so war ich heute den ganzen Tag damit beschäftigt, mir über Spiele und einen gewissen Zeitvertreib in den Pausen Gedanken zu machen. Das grobe Konzept steht.
Wenn ich aber sehe, wie viel ich jetzt noch vorbereiten muss, da wird mir ganz anders.
Tschakka!
Rechnet mal nicht mir mir hier in den nächsten Tagen!

Freitag, 25. Mai 2012

So schnell

... ist ein langes Wochenende verplant.
Einen Tag haben wir schon selber für Besuch gesorgt. Gestern rief mein Papa an, der mit der Familie was unternehmen will und heute morgen dann der Schwager, der den anderen Teil der Familie vertritt. Zum Glück hat das Wochenende 3 Tage.

Der kleinen Tochter geht es viel besser. Den Satz "Es wird mal wieder eine Klassenfahrt in die Jugendherberge geben!" sagt sie jetzt auf wie ihr persönliches Mantra.
Arme Maus. Den Kindern wird ja erst hinterher klar, was sie verpasst haben.

Nun hoffen wir auf drei schöne sonnige Tage, damit auch alle Pläne trocken umgesetzt werden können. ;)

Ich wünsche allen Lesern und Schreibern im Bloggerdorf sonnige und erholsame Pfingsten!

Samstag, 31. März 2012

"Bub, zieh die

... Mütze auf. Es ist kalt!"
...
"Brauch ich nicht. Liegt kein Schnee!" (O-Ton der Neffe, 3 Jahre)

Was soll man bei so einer Argumentation erwidern???

Freitag, 30. März 2012

Auf die Frage

... warum er (der Neffe) bei laufender Fahrt und Regen denn das Autofenster aufgemacht hat meinte er nur: "Hab nur oben wenig aufgemacht. Will Bäume sehen."
Na dann ....

Dienstag, 31. Januar 2012

Die Frau Mama

... hatte heute Geburtstag und meine kleine Schwester hat eine Schlittenfahrt organisiert.
So haben wir uns alle warm eingemummelt und sind mit warmen Kuchen, heißem Saft und Glühwein bewaffnet zum Reiterhof gefahren. Dort haben wir eine Stunde der Kälte getrotzt und sind tapfer mit dem Schlitten durch den Winterwald gefahren. Hinterher hatten wir alle kalte Füße, der ein oder andere war auch ganz schön durchgefroren.
Und jetzt ... sind wir alle fertig. Aber schön war`s!

Freitag, 9. Dezember 2011

Es ist soooo süß

... wie das große Tochterkind sich mit meinem Neffen beschäftigt. Von Darre bielen, über Musik machen (Klavier), Treppe rauf, Treppe runter, Lego bauen, Mund und Gesicht waschen (der Löwenwaschlappen frisst den Dreck und der Tigerentenwaschlappen streichelt die Haut), beim Abendessen Brot schmieren und kleine Häppchen schneiden, wieder Mund und Gesicht waschen, wieder Darre bielen und dann zusammen kuschelnd Winnie Pooh anschauen!
Herzmomente!

Freitag, 16. September 2011

Ein trauriger Tag

... war heute.
Mein Schwiegervater ist letzte Woche gestorben. Und heute war die Trauerfeier. Und wie das eben so ist bei lieben und beliebten Menschen, so ein Abschied ist sehr emotional. Und tränenreich.
Trotz dem oder vor allem deswegen war es eine schöne Trauerfeier.

Mein Schwiegervater hatte vor 4 Jahren einen Schlaganfall und obwohl er mühsam alles wieder gelernt hat, war er doch seit dem ein 24-Stunden-Pflegefall. Meine Schwiegermutter hat ihn aufopferungsvoll gepflegt und er hatte noch eine schöne Zeit. Vor 4 Monaten durfte er seinen 75. Geburtstag im Kreise seiner Familie erleben.
In der Nacht seines Todes muss er gespürt haben, dass es so weit ist, denn er hat sich durch einen Händedruck von seiner Frau verabschiedet.

Lieber Schwiegerpapa, es war mir eine Ehre dich gekannt zu haben!

Samstag, 23. Juli 2011

Heute hatte der Gatte

... eine Idee. Er wollte Fahrrad fahren.
Nun sollte man wissen, dass wir am Rande des Erzgebirges wohnen und das jegliches Radfahren immer mit Berg und Tal verbunden ist. Von daher hegte ich gewisse Zweifel, ob die Idee so eine gute ist. Aber er schlug eine Route vor, die quasi eben verläuft, entlang eines Floßgrabens. Klasse Idee, wäre nicht eben jene Route 15,3 km lang, in eine Richtung wohlbemerkt. Auch hier meldete ich Bedenken an, machte kürzere Gegenvorschläge ... und scheiterte. Eher könne man die Strecke etwas abzukürzen, aber es waren mindestens 18km insgesamt zu erwarten. Mit Fahrrad gar nicht so viel, ich weiß, aber wir alle sind keine Sportskanonen und das kleine Tochterkind ist völlig Fahrrad-ungeübt.
Nach etwas Hin und Her (wie lang sind wir weg, wo bleibt in der Zeit der Hund ...) entschloss ich mich mitzufahren. Samt Hund.

An dieser Stelle sollte vielleicht erwähnt werden, dass der Lockenhund nicht gern Fahrrad mit-fährt. (Die Idee, ihn nebenher laufen zu lassen, hab ich aufgrund seiner Größe und der potentiellen Gefahr, unter die Räder zu kommen, von vornherein abgelehnt.) Ich versuchte es mit einem Kinderfahrradanhänger als Hundetransportmittel, einem Körbchen mit Hund drin auf dem Gepäckträger, einem Körbchen mit Hund drin am Lenker ... alles murks. Der Hund wollte in keinem bleiben, setzte Laib und Leben aufs Spiel, um eben jenen Hilfsmitteln zu entkommen. Am ehesten ging noch, ihn in einem Rucksack auf dem Rücken zu transportieren. Da war er bei mir, und er konnte nicht weg ... und seine knapp 6 Kilo sind auch zu ertragen.

Also schnappte ich mir heute einen großen Rucksack, Probesitzen klappte, mein Fahrrad musste auch mit (der Gatte rechnete nicht mit meinem Mitkommen, weil ich meistens bei sowas zu Hause bleibe), Brötchen wurden geschmiert (nur Notbrötchen, denn der Gatte rechnete mit einer höchstens 2stündigen Fahrt und damit keinem Grund, etwas zu essen mitnehmen zu müssen - aber ich kenne doch meine Kinder - und mich), genügend Getränke eingepackt ... und los gings.

Angekommen schnallte ich mir auch den Hund auf den Rücken aber schon nach wenigen hundert Metern war klar, diese Quietscherei auf meinem Rücken halte ich keine 20km aus. Nach einem Kilometer holte ich den Hund aus dem Rucksack und ließ ihn laufen. Schön neben meinem Fahrrad. Es ging erstaunlich gut. Immer im Wechsel zwischen Trab und Galopp lief er ruhig neben dem Fahrrad her.
Anders das kleine Tochterkind. Erwartungsgemäß machte die ganz schnell Theater. Sie hatte Angst ... links von ihr war Wasser, rechts von ihr ging es steil ins Tal ... Der Weg war breit genug, trotzdem fühlte sie sich mehr als unwohl und bekundete es lautstark. Nach einigen Malen stehen bleiben und kurzen Trinkpausen fuhr dann das große Tochterkind vorneweg, das kleine Tochterkind mit viel Lob und gutem Zureden meinerseits vor mir her, bestimmte damit das Tempo von mir und dem Hund, der brav neben mir herlief und der Gatte bildete den Abschluss mit einem wachsamen Blick auf den Hund. Zwischendurch setzte ich den (auch ungeübten Hund) immer mal wieder in den Rucksack, was ihm aber bei keinem Mal besser gefiel als vorher.
Nach etwa 10 km kamen wir an einen Punkt, der weit genug weg war, dass wir ihn als Ziel durchgehen lassen konnten. Wir machten eine längere Pause, stellten dabei fest, dass doch nicht genug zu Essen mit war (meine Kinder haben bei sowas immer Hunger), und radelten mit dem Versprechen auf ein Eis und vielleicht ein paar Pommes am Ende der Tour und einem schlechtgelaunten (weil immer noch Hunger, und "Was? Den ganzen Weg wieder zurück???) kleinen Tochterkind und dem Hund neben mir herlaufend wieder los. Quasi die Strecke zurück.
Nach knapp 2 km machte ich dem ganzen Elend ein Ende. Der Gatte und das große Tochterkind fuhren weiter, ich blieb mit dem Hund und dem inzwischen heulenden kleinen Tochterkind zurück. Es gab Wasser aus dem Bach für den Hund und Waldhimbeeren gegen den Hungertod für das Kind. Außerdem ein Spiel auf dem Handy, und Spiele rund ums Wasser. Nach einer knappen Stunde wurden wir abgeholt und es gab noch das versprochene Eis.

Résumé des etwas mehr als 5 stündigen Tagesausfluges: ein müder Gatte mit Rückenschmerzen, ein müder Renn-Pudel, ein großes Tochterkind mit Rücken- und Po-Schmerzen, eine müde Mutter mit Aua-Beinen und Aua-Knien und ein wieder fröhliches kleines Tochterkind. Morgen werden wir alle Muskelkater haben und ich mach mir schon mal Gedanken, wie sich das beim Lockenhund äußern wird.

Trotz allem, es war schön, so als Familie unterwegs ...
Und nicht umsonst heißt es, wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen. (Und ich hatte wieder einen Grund und Lust zu bloggen.)

Freitag, 17. Dezember 2010

Tief "Petra"

... hat uns nur gestreift. Es fielen gerade 1cm Schnee und wirklicher Wind war auch nicht zu vermerken.
Ich meine, mit 60cm Schnee haben wir genug hier. Und nach dem, was hier am Mittwoch Morgen los war, reicht uns (Sachsen) das eigentlich auch.
Und den Katastrophenalarm samt Schulfrei hätten wir auch nicht gebraucht. Seit Donnerstag ist die Lage hier recht entspannt. Nicht dass die Kinder damit ein Problem hätten.
Wobei, solange Busse in Schneebergen stecken bleiben und die Leute kilometerweit laufen müssen, weil kein Ersatzbus beschafft werden kann, ist das schon ein bissel eine Katastrophe. ;)

Nun denn, 5 Frauen heute, danach Hardcoreputzing und -schmücking, denn morgen kommen die ersten Weihnachtsgäste. Die Familie des Mannes kehrt dieses Jahr bei uns ein.
Und in 7 Tagen ist ja dann auch Weihnachten. ;)

Mittwoch, 3. Februar 2010

Familie

Familie ist schon was seltsames.

Auf der einen Seite die festen Bande. Man hält zusammen wenn es drauf ankommt. Man steht füreinander ein, hilft sich und lässt sich nicht unterkriegen.
Da ist Liebe, eine auf ihre Art bedingungslose Liebe.

Aber da ist auch die andere Seite. Die, wo man sich nicht genügt. Wo man sich reibt, streitet, sich gegenseitig verletzt. Und Verletzungen von geliebten Menschen tun besonders weh.

Und weil Blut dicker ist als Wasser hoffe ich, dass man auch nach einem Zwist wieder gemeinsam vorwärts schauen kann.