Montag, 17. Oktober 2011

Na wenn es so schnell geht

... dann geht das auch für erkältungsgeplagte Hebammen. Wobei der Mundschutz zwar nützlich, aber sehr lästig war. Egal, musste sein. So ein frischgeschlüpftes Kind braucht meine Erkältung ja nun gleich gar nicht. (Auch wenn die Mutter meinte, wegen ihr bräuchte ich mich nicht verkleiden. ;) )

Ich war im Krankenhaus grad zur Tür rein, noch nicht mal umgezogen (hatte mich aber schon über den leeren Kreissaal gefreut), da meldete sich eine Frau an. Die war am frühen Abend schon mal da, da war aber alles noch unreif und sah nicht aus wie gebären, jetzt hätte sie aber zunehmend Wehen.
Ich hab mich also schnell umgezogen und gegen 8 kam die Frau mit wirklich recht guten Wegen alle 2-3 Minuten. Ich hab gleich das CTG angeschlossen und dann ging es Schlag auf Schlag. Umzug in den Geburtensaal, halb ist die Fruchtblase geplatzt und 48 war das Kind da. Sehr beleidigt, aber wohlauf. Die Mutter war etwas überrollt, denn sie war innerlich überhaupt nicht drauf eingestellt, dass das Kind jetzt kommt. Es klingt zwar auf dem Papier ganz hübsch, so eine schnelle Geburt, aber für den Kopf ist es besser, wenn es länger dauert. Aber wir wollen uns ja nicht beschweren.

Halb 12 war dann der Kreissaal wieder leer und ich konnte der Pflege meiner Nase und anderen unwichtigen Dingen widmen. ;)

Kommentare:

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Ich kenn das, ich weiss wie die Mama sich fühlt. Ich hab um 5.4o noch Haare gewaschen!, um 6 Uhr dann den werdenden Papa aufgeweckt. Wir sind dann schnell losgefahren. Waren um halb sieben im Krankenhaus und nach 10 Minuten war sie da....
ich hab lang gebraucht das zu verarbeiten. Das ist zu schnell! Es war auch ganz schön heftig!
Und es ist lustig, auch Susanne war "beleidigt", scheinbar gibt es das wirklich.
Ich wünsche Dir dass Du endlich wieder ganz gesund wirst.
Herzliche Grüsse
Elisabeth

bauchundnase hat gesagt…

Außenstehende haben dafür kein Verständnis. Sie meinen immer, man müsse froh sein, wenn es nicht so lang gedauert hat. Aber meine Erfahrung ist immer wieder, dass es ein "zu schnell" sehr wohl gibt. Die Mütter kommen vom Kopf nicht hinterher, es braucht eine ganze Weile, bis man das Kind als seins sieht und akzeptiert. Und die Kinder sind in der Regel alle beleidigt. Das Kind heute Nacht war wirklich unglücklich. Hätte ich es in der Nachsorge, dann würde ich es straff pucken und der Mutter viel zum Kuscheln geben, damit die zwei eine Chance haben anzukommen.

Mammi2010 hat gesagt…

naja du weist ja wie es damals bei mir war...

im nachhinein muss ich auch sagen, dass es bei mir auch viiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeel zu schnell ging.. ich hatte laaaange zu tun überhaupt zu begreifen, was jetzt eigentlich geschehen ist..

herzlichchaotisch hat gesagt…

Ja, das gibt es tatsächlich. Auch ich habe lange gesagt mir hat etwas gefehlt. Ich hatte keine Zeit mich darauf vorzubereiten sie nun wirklich gleich im Arm halten zu können. Die Herzenstochter war ein sehr liebes, pflegeleichtes Kind, trotz der schnellen Geburt. Wir hatten aber auch sehr viel Ruhe in der Schwangerschaft und keine Hektik während der Geburt.

Ich kenne 2 Babys, da war die Schwangerschaft sehr leidend und auch die Geburt sehr lang und kompliziert. Beide Kinder waren so genannte Schreikinder. Also ist es nicht unbedingt ein "zu schnell" sondern ein "zu stressig". Oder?

Liebe Grüße
von der sonst nur still mitlesenden
Herzchaosmama

bauchundnase hat gesagt…

Nein, ich meine die Zeit mehr oder weniger direkt nach der Geburt. Dieses beleidigte Schreien direkt nach der Geburt und das "unglücklich" wirken in den ersten Lebensstunden.
Schreikinder haben wahrscheinlich andere Ursachen, aber schnelle Geburten sind so gesehen erstmal nicht dafür verantwortlich.
LG und danke für`s Mitlesen!

Herzchaosmama hat gesagt…

Da weiss ich leider nicht wie es bei der Herzenstochter war. Durch Komplikationen bei mir wurde sie schon etwa 1,5 Stunden nach der Geburt ins Babyzimmer gebracht. Ich habe sie dann auch erst 6 Stunden später wieder gesehen.

Mir hat diese schnelle Geburt seelisch schon sehr zugesetzt, was sich jetzt aber nicht unbedingt in der Bindung zur Herzenstochter wiederspiegelte sondern einfach im eigenen Erleben und Begreifen.

bauchundnase hat gesagt…

Das glaub ich dir aufs Wort und kann es aus dem was ich beobachte auch bestätigen. Man spricht nur nie drüber, weil es ja sooo toll ist, wenn die Geburt so schnell geht und man nicht so lange "leiden" muss. Das mag ja irgendwie auch stimmen und jede Frau, die gefühlte tagelang in den Wehen lag, wird sicher ganz neidisch sein. Aber für den Kopf ist es einfach nichts. Und das Herz, dieses Gefühl, das ist mein Kind, das braucht auch eine Weile länger. Die Frauen brauchen dann einfach ganz viel Zeit und Ruhe zum Ankommen und Kennenlernen. (Das war bei dir ja leider nicht der Fall.)
Aber zum Glück ist das ja nur die ersten Stunden so. Das Gefühl stellt sich zum Glück recht schnell ein.

kraehenmutter hat gesagt…

ach, da hab ich gleich wieder lust zu gebären, aber bitte nicht zu schnell und nicht zu langsam!
;)

silkeniki hat gesagt…

Na dann bin ich ja die Ausnahme . Ich habe 40 Std. gekämpft . Mein Mann bekam noch die K......schale über den Kopf ( sie war aber leer ) *lach*
LG Silke

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Ja, es ist nur die ersten Stunden so. Das stimmt. Aber ich hab nun dreimal so ganz normal mit langen Wehenzeiten entbunden, und eben zweimal ganz schnell....
Wenn ich mich entscheiden dürfte würde ich die langsamere Geburt nehmen. Alles aufeinmal ist echt unglaublich. Ich war mir bei Susanne sicher, dass sie von dieser ununterbrochenen Kraft erschrocken ist. Sie wurde dann auch gepuckt, ich hab sie in meine Strickjacke eingepackt ....ganz fest, und das war dann gut.