Donnerstag, 13. Oktober 2011

Null Bock auf Schule

... sowas erwartet man ja eher bei großen Kindern. Bei mir ist es die kleine Tochter, die mich regelmäßig an den Rand der Verzweiflung bringt.
Einerseits ist es das frühe Aufstehen. Da der Winter erst beginnt kann ich mich die nächsten Monate frisch machen.
Andererseits ist es eine wirkliche Unlust. Das hatte sie von Anfang an. Also von Beginn der 1. Klasse. Auf meine Frage, was das Problem wäre meint sie, ihr sei langweilig. Das kann ich aber gar nicht so richtig glauben, denn sie ist wahrlich kein Überflieger. Von Mathe hat sie so gut wie keine Ahnung (auch das hätte ich mir nie träumen lassen, dass Mathematik schon in der 2. Klasse zum Problem werden kann), in Deutsch ist nur das Lesen gut. Die anderen Fächer sollten eigentlich abwechslungsreich sein.
Mal davon abgesehen, dass ich hier jeden Morgen mit einem unsagbar schlecht gelaunten Kind kämpfe und froh bin, dass nächste Woche Ferien sind, weiß ich echt nicht weiter. Das kleine Tochterkind wäre ein richtiger Fall für die Waldorfschule. Keine Zensuren, viel Kreativität, viel Wiederholung. Nur dass die Waldorfschule eigentlich keine Option für uns ist. Ob es Sinn macht, mal mit der Lehrerin zu reden? Aber ich weiß, was sie mir sagen wird. Das kleine Tochterkind ist ein freundliches Mädchen, was sich aktiv am Unterrichtsgeschehen beteiligt. blablabla Ich hasse die Schulen hier. Alte Traditionen, alte Ansichten ... die Schüler haben sich zu fügen.
Ach so ein Mist aber auch. Alle möglichen Alternativen sind ewig weit weg. Und eigentlich auch keine Option mehr, schließlich ist das Kind in der zweiten Klasse.
Aber wo soll das denn hinführen, wenn das Tochterkind schon jetzt keine Lust auf Schule hat, eigentlich noch nie wirklich Lust hatte. Das Einzige, was sie lernen wollte, was das Lesen. Deswegen ist sie in die Schule gegangen. Lesen kann sie jetzt. Und nun?

Kommentare:

Rinna hat gesagt…

Hm, knifflige Situation. Ich als angehende Lehrerin würde dir aber trotz allem mal raten, mit der Klassenlehrerin Kontakt aufzunehmen. Vielleicht hat sie ja Ideen, wie man diesem Lust- Problem auf die Schliche kommen kann. Wie sieht es denn bei den Hausaufgaben aus??
Liegt es generell am Lernstoff, an der Art der Vermittlung oder vielleicht auch an den Mitschülern??
LG
Corinna

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Ersteinmal hoffe ich, dass es Dir besser geht. Hört sich nämlich nicht gut an, was Du Dir da angelacht hast....
Und dann macht mich dieser Post sehr nachdenklich. Das ist genau das was so falsch ist an unserem Schulsystem. Und zahlen müssen unsere Kinder. Denn, dass Deine Maus von Mathe keine Ahnung hat kann ich mir nicht vorstellen. Susanne hatte in der 4.Klasse eine schlimme Lehrerin. Die hat ihr nur das Schlechteste vorausgesagt, ihr nicht das Zeugnis für die Realschule gegeben...und nun zwei Jahre später kam schon so oft die Frage "warum ist sie nicht auf der Realschule?", von den jetztigen Lehrern. Es wäre zu lang das alles aufzuschreiben, doch bei Susanne hat diese Lehrerin viel kaputtgemacht, was erst jetzt wieder gut läuft. Nun geht sie auf die Mittelschule, kann ja da auch die Mittlere Reife machen, aber das seelische, da leidet sie noch heute und erzählt Sachen, die sie damals nicht erzählt hat. Nun steht sie auch wieder gut gelaunt auf, zwei Jahre gab es jeden Morgen ähnliches wie bei Euch....
Ihr habt so gar keine andere Schulmöglichkeit?
Ganz viel Glück wünsche ich Deiner Tochter, dass sich da was ändert. Das liegt nicht an ihr.
Liebe Grüsse
Elisabeth

KWeens hat gesagt…

Ich kann das so gut nachfühlen. Mir geht es wie dir und meiner Vorschreiberin. Und bei mehreren Kindern habe ich da einschlägige Erfahrungen! Aktuell haben wir ein riesiges Problem in der 8. Klasse. Unter anderem hat die Lehrerin ein Alkoholproblem. In der 4. geht es nur noch um die Kinder welche sowieso aufs Gymnasium gehen werden. Meine Kleine fällt da total in Depressionen (mehr oder weniger) Es ist ihr alles zu viel, alles soll sie alleine und selbständig erarbeiten.Selbständig verbessern, alles denken. Weil angeblich nur die Kinder, die das sehr gut machen auf eine andere Schule kommen. Angst vor jeder Arbeit. Dabei ist sie gar nicht schlecht in der Schule. Nee, also von Schule habe sogar ich genug. Waldorf wäre bei meinen Kindern auch eine Alternative -aber Klassen mit mindesten 40 Kindern dann doch wieder nicht. Die Anfahrt wäre schwierig.....Aber evtl eine christliche Schule mit sehr gutem Ruf. Die schaue ich mir nächsten Monat mal an. Ich habe auch keinen Bock mehr auf unser Schulsystem! Wieviele Gespräche ich schon mit Lehrern geführt habe. Das sind Götter, wenn jemand etwas falsch macht dann die Kinder (sie verstehen falsch, sie geben es falsch weiter, sie kümmern sich nicht, sie verschlampen alles, vergessen etc.....)Sie drehen einem ständig das Wort im Mund um. Heilig eben. Ich habe noch NIE einen Lehrer gehabt der einen Fehler zugegeben hat. Soll nicht heißen das es nur schlechte gibt, wir hatten auch mal 2 wirklich gute, da war alles ganz einfach.
Übrigens - schriftlich subtrahieren macht man jetzt anders. ICh finde es sehr kompliziert, macht mehr Mühe und sieht im Heft sehr unschön aus. Aber es ist in Mode. Das zählt.
Kopf hoch - irgendwie geht´s weiter. Mehr Hoffnung kann ich dir nicht machen. Höchstens noch das du evtl. eine Lehrerin erwischt hat die nachdenkt und wirklich das Beste für deine Tochter möchte.

lg

Karin

kraehenmutter hat gesagt…

ich habe zu beginn der vierten klasse die schule gewechselt und bin darüber heute noch froh!
deine tochter ist ja "erst" in der 2. klasse, heißt, sie hat noch 10 jahre vor sich!
schade, wenn da gleich der anfang schlecht verläuft, solche ereignisse prägen den menschen und seine einstellung zum lernen ja doch ein leben lang.

ich war auf einer normalen staatlichen schule und einfach sehr unglücklich.
der neue klassenlehrer hat klipp und klar gesagt, er könne nicht auf die "schwachen" rücksicht nehmen, sondern fördere einfach die besten. der rest der klasse (also 90 %) müsse halt selber sehen..
naja, ich bin nicht dumm und meine leistungen waren je nach motivationslage auch gut bis sehr gut bis dieser lehrer kam.
das hat sich leider in den folgenden jahren immer mal wieder wiederholt, also zensurunterschiede von 4 noten nur durch einen lehrerwechsel.


was ich eigentlich sagen wollte: guck dich doch vielleicht einfach noch nach anderen alternativen um, vielleicht tun sich da plötzlich dinge auf, die deiner tochter helfen könnten.